Zentralbanken: Geld drucken gegen die Krise

Zentralbanken in China, Europa und Großbritannien geben Schritte bekannt

Alle großen Volkswirtschaften befinden sich real in der Rezession, weshalb die großen Zentralbanken der Welt die Märkte in konzertierten Aktionen mit Liquidität überfluten. So hat die chinesische Zentralbank überraschend den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Gleichzeitig gab die Bank of England bekannt, dass man 50 Milliarden Pfund in die Märkte pumpen wird. Und die EZB senkt den Leitzins auf 0,75 Prozent.


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Die chinesische Zentralbank hat ihren Leitzins um 0,25 Prozent reduziert. Zunächst war angekündigt worden, dass China auch seinen Mindestreserversatz gesenkt hatte, was sich jedoch als Falschmeldung herausstellte. Chinas Wachstumsrate verlangsamte sich in der letzten Zeit enorm, sodass einige Ökonomen befürchten, dass der Wirtschaft Chinas ein „hard landing“ bevorsteht: Steigende Arbeitslosigkeit und eine wirtschaftliche Rezession. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und obwohl dieser Schritt absehbar war, hatten Analysten zu diesem Zeitpunkt doch nicht damit gerechnet.

Zeitgleich hat die Bank of England, die britische Zentralbank, angekündigt, weitere 50 Milliarden Pfund (62 Milliarden Euro, mehr als 1000 Euro je Bürger!) in die Wirtschaft zu pumpen. Die Banken sollen die zusätzliche Liquidität in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher direkt in die Realwirtschaft weiterreichen. Großbritannien befindet sich nach zwei rückläufigen Quartalen in einer Rezession.

Außerdem hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent verringert. Dadurch kommen Banken so günstig wie noch nie in der Geschichte der Währungsunion an frisch gedrucktes Geld. Der Zins für Übernachteinlagen bei der EZB wurde ebenfalls um 25 Basispunkte auf 0 Prozent reduziert.

Alle großen Volkswirtschaften der Welt befinden sich real längst in einer Rezession, weshalb man durch konzertierte Maßnahmen die wichtigen Währungen gleichermaßen verwässert, um die Wirtschaft in den entsprechenden Ländern anzukurbeln und Arbeitsplätze zu erhalten. Im Zuge der der jüngsten geldpolitischen Maßnahmen werden auch in den USA bereits die Forderungen nach „QE3“ laut – also ebenfalls Geld zu drucken.

Fachleute befürchten, dass die ganze Situation insbesondere in Europa längst außer Kontrolle geraten ist und auch mit ESM, EFSF nicht mehr in den Griff zu bekommen ist.

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