Yale-Dozent: Niedrigzins-Politik der Fed ein Fehler

Die Federal Reserve hat die Zinsen auf Null gesenkt. Ein Fehler, glaubt der ehemalige Morgan Stanley-Ökonom Stephen Roach, heute Dozent an der Yale University. „Finanzielle Repression wäre das richtige Wort für das, was die Fed tut“, sagte er dem Nachrichtenkanal Bloomberg. Der Konsum verzeichne seit nurmehr vier Jahren nur ein Wachstum von 0,5% pro Jahr und sei infolge der niedrigen Zinsen schwer angeschlagen.


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Stephen Roach, ehemaliger Ökonom der Großbank Morgan Stanley und heutiger Lehrbeauftragter an der Yale University glaubt, dass die Niedrigzinspolitik der US-Notenbank unter Ben Bernanke ein Fehler sei. „Die Verbraucher erhalten keine Zinsen, doch sind sie der Netto-Kreditgeber für den Rest der Wirtschaft“, betonte er. „Der Plan der Fed ist es, Kreditzinsen niedrig zu halten und die Banken die Arbeit erledigen zu lassen. Wir reden über die 71 Prozent der Wirtschaftsleistung durch den amerikanischen Verbraucher, und dieser benötigt dringend Kaufkraft und Zinserträge.“ Der Konsum wachse seit vier Jahren nur um 0,5% pro Jahr und sei infolge der Niedrigzinspolitik der Federal Reserve schwer angeschlagen. „Finanzielle Repression wäre das richtige Wort für das, was die Fed tut“, so der Yale-Dozent.

Roach zufolge müsse die Federal Reserve endlich begreifen, dass Finanzkrise vorbei ist. „Die Banken, die überleben werden, sind gerettet worden“, so Roach, „und nun ist es an der Zeit über normale Zinsen und normale Renditen für die Kreditgeber nachzudenken.“ Banken benötigten nun keine Liquidität mehr, um diese den Verbrauchern zu leihen.

Einige Mitarbeiter der Federal Reserve stimmen der Ansicht von Roach sogar zu. So sagte etwa Charles Plosser von der Federal Reserve Philadelphia am Donnerstag, dass es in diesem Stadium der Konjunkturentwicklung „tückisch“ sei, die Zinsen niedrig zu halten, da dies das Inflationsrisiko deutlich erhöhe. Auch Richard Fisher von der Federal Reserve Dallas ist der Auffassung, dass sich bereits genug Liquidität im Markt befinde und dies “nun genug” sei.

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