Welche Notenbank druckt mehr als die Federal Reserve?


Asien Redaktion

Welche Bank hat in den vergangenen 10 Jahren mehr Geld gedruckt, als die Federal Reserve? Die Europäische Zentralbank? Die Bank von Japan? Weit gefehlt: Es ist die Chinesische Volksbank. Laut einem Chart der Deutschen Bank wurde dort mehr ungedecktes Geld in den Markt gepumpt, als von allen anderen wichtigen Zentralbanken.

China ist jetzt nicht nur Export-Weltmeister, sondern auch Gelddruck-Weltmeister. Zumindest, wenn man einem Chart von Torsten Slok von der Deutschen Bank Glauben schenken darf. So wurde in den vergangenen 10 Jahren von keiner anderen Zentralbank der Welt mehr Geld in den Markt gepumpt, als von der Chinesischen Volksbank.

Natürlich ist China im vergangenen Jahrzehnt wesentlich schneller gewachsen als die USA, Europa oder Japan, doch geht dies offenbar mit einer Non-Stop-Lockerung der Geldpolitik in dem Land einher.

Chinesische Notenbanker hatten bereits 2010 in scharfer Form die US-Geldpolitik kritisiert, als die Federal Reserve in großem Stil US-Staatsanleihen erworben hatte. Ein chinesischer Notenbankberater bezeichnete dies als „unkontrolliertes Gelddrucken“ und hatte der Volksrepublik China einen „währungspolitischen Schutzwall“ nahegelegt.

Gleichzeitig wurde jedoch der enorme Kapitalbedarf Chinas erst durch verstärktes Gelddrucken ermöglicht. Die daraus folgende Inflation bekämpfte die Regierung radikal mit der Erhöhung der Zinsen und einer Anhebung der vorgeschriebenen Eigenkapitalquote der Banken. 2011 hatte der Vizechef der chinesischen Zentralbank Ma Delun erklärt, dass der Bedarf an Yuan-Scheinen schneller wachse als die Kapazität der Druckereien. Zwischen 2005 und 2011 hatte sich die Geldmenge in China um 80% erhöht.