29% der Wall Street-Beschäftigten würden Gesetz brechen

Fast jeder dritte leitende Angestellte aus verschiedenen Wall Street-Unternehmen ist laut einer Umfrage bereit, für Gewinne das Gesetz zu brechen. Ein besonders großer Anreiz dafür ist offenbar die Aussicht auf eine hohe Bonuszahlung. Illegales Verhalten in dieser Branche gefährdet das gesamte Finanzsystem, so die Schlussfolgerung der Umfrage.

Eine Umfrage der Kanzlei Labaton Sucharow, die mit mehr als 60 Anwälten bei Securities-, Antitrust – und Consumer Class Actions aktiv ist und zahlreiche große institutionelle US-Investoren aus der Finanzbranche vertritt, hat Erschreckendes ergeben: Fast ein Viertel aller Beschäftigten von Wall Street-Unternehmen erachtet „illegales Verhalten“ als Schlüssel zum Erfolg. Für die Befragung wurden 500 amerikanische und britische Führungskräfte interviewt. 26 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in der Vergangenheit bewusstes und beauftragtes illegales Verhalten beobachten konnten. 24 Prozent gaben sogar an, dass unethisches und illegales Verhalten in dieser Branche sogar notwendig sei, um erfolgreich zu sein.


Werbung

Zwar gaben 16 Prozent der Befragten an, dass sie Insiderhandel betreiben würden, wenn sie dadurch 10 Millionen Dollar erwirtschaften könnten ohne dabei erwischt zu werden. Doch sagten immerhin 55 Prozent der Wall Street-Beschäftigten, dass sie dies „definitiv nicht“ tun würden. Bleiben 29 Prozent, die sich in jedem Fall bewusst strafbar machen würden, um hohe Gewinne zu erzielen.

Immerhin gaben 94 Prozent der Befragten an, dass sie illegales Verhalten umgehend melden würden. Die Umfrage ergab jedoch auch, dass insbesondere die Aussicht auf hohe Bonuszahlungen einen Anreiz für illegales Verhalten darstellt. „Wenn illegales Verhalten in der Finanzbranche verbreitet und akzeptiert ist, so ist die Integrität unseres gesamten Finanzsystems gefährdet“, schrieb Jordan Thomas, Partner und Vorsitzender von Labaton Sucharow in einer Erklärung.

Das könnte auch interessant sein...