USA: Extreme Armut seit 1996 mehr als verdoppelt


Amerika Redaktion

Eine Kombination aus Arbeitslosigkeit infolge der Rezession und der sozialen Reformen „als Anreiz zur Arbeitssuche“ in den 90er Jahren hat zu einer Verdoppelung der extremen Armut in den Vereinigten Staaten geführt, wie eine aktuelle Studie ergeben hat. Die Zahl der Haushalte mit weniger als 2 Dollar pro Person und Tag habe sich auf 1,46 Millionen Haushalte im Jahr 2011 erhöht. Im Jahr 1996 waren es „nur“ 636’000.

Die harten Sparmaßnahmen der Regierung unter Bill Clinton in den 1990er Jahren, die als sogenannte „Wohlfahrtsreformen“ bezeichnet wurden, haben bis heute traurige Nachwirkungen. Infolge dieser „Wohlfahrtsreformen“ in Kombination mit der heutigen wirtschaftlichen Situation in den USA hat sich die extreme Armut in den USA seit 1996 um 129% erhöht, wie eine Studie von Forschern an der University of Michigan ergeben hat.

Von den Reformen sind bis heute insbesondere Kinder stark betroffen: So hat sich die Zahl der in extremer Armut befindlicher Kinder seither von 1,38 Millionen auf 2,81 Millionen erhöht. Die Studie enthüllt zudem, dass genau diese Bevölkerungsgruppen heute am stärksten von extremer Armut betroffen sind, die damals von Clintons „Wohlfahrtsreformen“ betroffen waren. Mit anderen Worten: Die damalige US-Regierung hat den Ärmsten der Armen einfach den Geldhahn zugedreht, so die Studie.

Die Grundidee war Folgende: Die gesamte Dauer des Bezuges von Sozialhilfe für eine Familie wurde auf fünf Jahre begrenzt und es wurde verlangt, dass das Familienoberhaupt nach spätestens zwei Jahren ohne Einkünfte eine Arbeit annimmt. Ansonsten wurden die Hilfen eingestellt. Das System hat sich bis heute gehalten und in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs ist dies sicherlich nicht zu viel verlangt, praktisch fehlen heute infolge der Rezession jedoch schlichtweg die Arbeitsplätze dafür.

Die offizielle US-Armutsquote betrug im Jahr 2009 altersübergreifend 14,3%. Im Jahr 2010 erhöhte sich dieser Wert auf 15,1%. Seit 2007 steigt die Armutsquote nach Angaben des US Census Bureau in den USA Jahr für Jahr kontinuierlich an. Nach aktuellen Zahlen beziehen heute rund 46 Millionen Amerikaner Essensmarken.