USA: Bitcoin & Co. sollen besteuert werden


Kryptowährungen/USA Redaktion

Der US-amerikanischen Steuerordnung stehen größere Modifikationen bevor. Der Senat hat diesbezüglich ein fast 500-seitiges Dekret mit rechtlichen Modifikationen entworfen. Es ist durchaus denkbar, dass dies ebenfalls die Steuerveranschlagung von Trades mit Kryptowährungen betreffen kann.

Im Bestimmungensentwurf ist der Blockchain-Handel und deren Steuerveranschlagung zwar nicht direkt erwähnt. Den anschließenden Ausführungen folgend ist es allerdings gut möglich, dass die neuen Bestimmungen auch die Steuerveranschlagung des Handels mit Blockchains betreffen werden.

Den größten Einfluss auf Unternehmungen mit Blockchains könnte das Ersetzen von »like-kind exchanges« durch das »First-in, First-out«-Verfahren haben. Die »like-kind exchanges« bewerkstelligte es Tradern bislang, Abgaben an den Fiskus zu sparen. Denn das Gesetz sieht es vor, dass man Kapital oder Kapitalswerte durch vergleichbare Assets austauschen kann, ohne hierfür Abgaben an den Fiskus für den Verkauf beziehungsweise das Ersetzen bezahlen zu müssen.

Für den Fall, dass Trader demzufolge etwa durch das Halten von Bitcoin Gewinn machten, konnten sie sich davon Ether erwerben, ohne für den Bitcoin-Gewinn bestraft werden zu können. Dadurch konnten Trader von Blockchains die Steuerveranschlagung der langfristigen Gewinne bislang effektiv umgehen und mussten lediglich kurzfristige Gewinne besteuern.

Das für das kommende Jahr vorgesehene Gesetz sieht es jetzt jedoch vor, diese Regelung nur noch für Geschäfte mit Immobilien zu billigen. In der Wertpapierbörse und wahrscheinlich auch am Markt für virtuelle Währungen tritt dann das Prinzip des »First-in, First out« ein.

Laut Bestimmungensentwurf will man das »First-in, First-out«-Prinzip für »spezielle Assets« (specified securities) anwenden. Die Verwaltungszentralen gehen diesbezüglich davon aus, dass die demgemäßen Waren, Ressourcen oder Assets, welche zunächst angeschafft worden sind, auch zunächst ausgegeben beziehungsweise veräußert werden. Bei aufanschließenden Fragen nach der Steuerveranschlagung von Blockchains würde demzufolge immer die Differenz zwischen dem ersten angekauften Coin und dem derzeitigen Kurs zählen.

Für den Fall, dass man demzufolge etwa heute einen Bitcoin für knapp 17.000 Dollar und in ein paar Wochen einen für 20.000 kauft und sich später dafür bestimmt, einen für 37.000 zu veräußern, muss man zuerst jenen veräußern, den man für 17.000 gekauft hat. Man müsste dann für die Differenz von 20.000 Dollar Abgaben an den Fiskus bezahlen.

Da sich dieses Prinzip allerdings bislang auf die (wenigstens im Hinblick auf Blockchains) nicht näher spezifizierten Wertpapiere bekommt, bewegen wir uns hier auf spekulativem Boden. Eine exaktere Spezifizierung der Finanzbehörde steht hier noch aus. Derzeit wird der Bitcoin von der U.S. Commodities Futures Trading Commission noch als Rohstoff (»Commodity«) bewertet.

Es bleibt demzufolge abzuwarten, bis das Gesetz letztenendes durchgewunken wird und ob noch weitere Spezifizierungen folgen. Da die Mainstream-Adaption von Blockchains allerdings mit jedem Tag Fortschritte macht, liegt eine kommende Einordnung nahe.

Für den Fall, dass der für US-amerikanische Trader ungünstige Fall eintritt, dass eine höhere Steuerveranschlagung anfällt, sind mögliche Grauzonen vorprogrammiert. Das Wechseln zwischen unterschiedlichen Wallets könnte somit beispielsweise einen Einfluss auf das Datum des Erhalts der Coins haben. Jedenfalls stehen exaktere Spezifizierungen noch aus. Die Situation für die Steuerveranschlagung von Blockchains in Deutschland scheint in diesem Zusammenhang (wenigstens etwas) deutlicher.