US-Lebensmittelindustrie: 60% aller Beschäftigten unterhalb der Armutsgrenze


Amerika Redaktion

Eine Umfrage unter Beschäftigten aus der US-Lebensmittelindustrie ergab ein erschreckendes Ergebnis: So erzielen 40 Prozent aller in dieser Branche beschäftigten Mitarbeiter nur ein Einkommen höher der gesetzlichen Armutsgrenze. Wer in den USA also Lebensmittel erzeugt, transportiert, verkauft oder verpackt, läuft Gefahr selbst dabei zu hungern.

Ein neuer Bericht der Food Chain Workers Alliance spiegelt ein düsteres Bild der amerikanischen Lebensmittelindustrie wider, in der immerhin fast 20 Millionen Menschen beschäftigt sind. Das Institut untersuchte die wirtschaftliche Situation der in dieser Branche beschäftigten Arbeitnehmer – etwa von Landwirten, Köchen, Schlachtern sowie Fabrikarbeitern, Mitarbeitern in Fastfood-Restaurants oder Truckern.

Die Lebensumstände von Mitarbeitern aller Couleur wurden analysiert, insgesamt wurden 700 Menschen aus dem Bereich befragt. Mit ernüchterndem Ergebnis. Nur 40 Prozent haben durch die Beschäftigung in der Lebensmittelindustrie ein Einkommen, das über der gesetzlich festgelegten Armutsgrenze liegt.  Insgesamt leben 6,7 Prozent aller US-Bürger offiziell in Armut – der höchste Wert seit Erfassung der Daten vor 36 Jahren.

Nur 13,5 Prozent der Arbeiter aus der Branche – weniger als ein Siebtel aller dort Beschäftigten – erzielt durch die Tätigkeit ein existenzsicherndes Einkommen. Grotesk: Wer in der Lebensmittelbranche beschäftigt ist und somit für das leibliche Wohl seiner Mitbürger sorgt, läuft laut dieser Umfrage Gefahr selbst zu hungern.