UK: Reiche leben bis zu 20 Jahre länger als arme Menschen


Europa Redaktion

Laut einer Studie sterben die Menschen in verarmten Stadtteilen in Großbritannien um durchschnittlich bis zu 20 Jahre früher, als in den wohlhabenden Vierteln. Liverpool nimmt einen traurigen Rekord ein und stellt gleich fünf der zehn ärmsten Stadtviertel Großbritanniens.

Großbritanniens Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Deutlich wird dies unter Anderem in der Lebenserwartung der Bürger: So sterben die Menschen in den britischen Slums durchschnittlich bis zu 20 Jahre früher, als in den wohlhabenden Regionen.

Während die Lebenserwartung bei weiblichen Personen in Stadtteilen wie Toxteth oder Everton in Liverpool bei 74 Jahren liegt, werden Frauen aus Comberton oder Cambridgeshire bis zu 94 Jahre alt. Dies ergab eine Studie des Church Urban Fund.

Laut der Studie ist die Situation in Toxteth, nahe des Stadtzentrums Liverpools am schlimmsten: Ganze 62 Prozent aller dort wohnenden Kinder leben in Armut. In Shaw Road in Oldham sieht es ebenfalls kaum besser aus. Camberley, Surrey hat lediglich eine Kinderarmutsquote von 6 Prozent und ist die wohlhabendste Region mit der gleichzeitig höchsten Lebenserwartung. Liverpool scheint hier einen traurigen Rekord zu markieren: Von den 10 schlimmsten Regionen befinden sich 5 in der nordwestlichen Stadt.

Hackwood Paul, Vorsitzender des Kuratoriums des Church Urban Fund wies darauf hin, dass Großbritannien inzwischen eines der „ungleichsten Länder der westlichen Welt“ sei. „Hier werden Babys nur wenige Meilen voneinander geboren und haben unterschiedliche Lebenserwartungen von 10 Jahren oder mehr“, betonte Hackwood.