Türkei will Botschaft in Ostjerusalem eröffnen


Israel/Palästina/Türkei Redaktion

Das Generalkonsulat der Türkei in Jerusalem wird nach Informationen des Ministerpräsidenten der Türkei bereits von einem Diplomaten geführt. Künftig könne hier eine komplette diplomatische Vertretung errichtet werden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat verlautbart, eine diplomatische Vertretung seines Landes im Osten Jerusalems zu etablieren: „Mit dem Willen Gottes und Gottes Befugnis rückt der Tag näher, an welchem wir hier unsere diplomatische Vertretung eröffnen.“ Das Generalkonsulat der Türkei in Jerusalem werde bereits von einem Diplomaten geführt.

Aktuell ist die türkische diplomatische Vertretung in Tel Aviv, wie weitere internationale Vertretungen ebenfalls. Aus Erdoğans Äußerung wurde nicht klar, ob er die gegenwärtige diplomatische Vertretung verlegen oder eine weitere Vertretung für Autonomiegebiete der Palästinenser installieren möchte.

Am Mittwoch hatte Erdoğan auf dem von ihm erwirkten Gipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) die grenzüberschreitende Vereinigung aufgefordert, das belagerte Jerusalem als palästinensische Hauptstadt zu bestätigen. Er bezeichnete Israel als einen „einen terroristischen Staat“ und betitelte die Jerusalem-Entscheidung des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump als „provozierend und illegal“. 57 islamische Länder nahmen an dem Meeting teil. In der Gipfel-Abschlusserklärung folgten sie Erdoğans Appell: „Wir proklamieren, dass wir Palästina als Staat anerkennen, dessen Hauptstadt Ostjerusalem ist.“

Trump hatte vor einigen Tagen Gegenteiliges verlautbart, nämlich Jerusalem als israelische Hauptstadt zu bestätigen. Dies löste nicht nur Ausschreitungenn und Protestaktionen im Gazastreifen und im Westjordanland, sondern außerdem grenzüberschreitende Entrüstung aus.

Die Israelis haben Ostjerusalem 1967 besetzt und ganz Jerusalem zu ihrer immerwährenden und unteilbaren Hauptstadt deklariert. Die Palästinenser jedoch fordern Ostjerusalem als Hauptstadt eines kommenden eigenständigen Staates. Weltweit ist der Status Jerusalems strittig.

In Indonesiens Hauptstadt Jakarta rebellierten am Sonntag nach Angaben der Polizei rund 80.000 Menschen. Sie riefen zum Boykott von israelischen und amerikanischen Erzeugnissen auf, sollte Trump seine Entscheidung nicht widerrufen. Auch in den pakistanischen Städten Karachi und und Lahore kam es zu Protestaktionen.

cbcnews