Troika-Stratege: Keine signifikanten Entscheidungen vor 2013

Politiker wehren sich bislang noch gegen ein europaweites Rettungspaket und weitere harte Sparmaßnahmen. Ein Troika-Stratege verriet, dass es in der Eurokrise bis 2013 wahrscheinlich keine maßgeblichen Entscheidungen mehr geben werde. Grund: Wahlen in den USA und in Deutschland. Die größten Gefahren lauern angeblich bei den CDS. 


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Schon bald könnte die EZB keine andere Wahl mehr haben, als es der US-Notenbank Federal Reserve gleichzutun und weitere gedruckte Billionen Euro in den Markt zu pumpen, um das Bankensystem in Europa zu rekapitalisieren. So könne man anschließend sämtliche Giftpapiere in einem separaten „Asset-Pool“ verwalten. Dieser Auffassung ist Chris Weafer, Chef-Stratege bei der Troika.

Bis zu den Präsidentschaftswahlen in den USA, sowie den Bundestagswahlen in Deutschland, würden keine schmerzhaften Einschnitte mehr vorgenommen, so Weafer. Grundsätzlich werde man bis dahin immer mehr Geld in die krisengeschüttelten Volkswirtschaften pulvern, dauerhafte Entscheidungen seien vor den Wahlen im Jahr 2013 jedoch unwahrscheinlich.

Die größten Gefahren lauerten aktuell bei den sogenannten Credit Default Swaps (CDS), Kreditausfallversicherungen auf Anleihen im Falle eines Bankrotts. Geht etwa Griechenland bankrott,  dann werden die CDS fällig. So erhalten die Anleihen-Besitzer, die auf Geld verzichten müssten, einen finanziellen Ausgleich. Theoretisch. Denn das Problem im Falle Griechenland: Der Bankrott würde freiwillig erfolgen, da die Troika, die EZB und andere Euroländer finanzielle Hilfe anbieten. In diesem Fall greift die Versicherung nicht.

„Gibt es einen technischen Bankrott, dann untergräbt dies den gesamten CDS-Markt, was die grundlegende Risikoversicherung am globalen Rentenmarkt darstellt“, fügte Weafer. „Und dabei geht es um ein Multi-Billionen-Dollar Geschäft“.

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