Syrien-Abkommen zwischen Russland und USA – gut oder schlecht?

Die Übereinkunft zwischen Russland und den Vereinigten Staaten von Amerika war abzusehen. Doch ist ihr primäres Bestreben nicht die Beständigkeit in der Arabischen Republik Syrien, sondern der Abbau von Meinungsverschiedenheiten untereinander.


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Der Mittelweg wird bejahende Konsequenzen haben, etwa die Bekämpfung der als terroristisch eingestuften Organisation IS, schreibt die iranische Zeitung Aftab Yazd. Doch wird Russland den Vereinigten Staaten von Amerika im Hinblick darauf auch zahlreiche Infos über die Operationen der syrischen Soldaten bereitstellen. Das kann das Leben der Einsatzkräfte Syriens in Gefahr bringen.

Die bulgarische Gazette 24 Tschassa beanstandet: „Das Übereinkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Russland zu Syrien ist kein Musterfall. Ein vergleichbares hat es schon früher gegeben. Es war etwa zwei Wochen wirksam, wurde dann verletzt und funktionierte praktisch nicht mehr. Aus welchem Grund sollten wir demnach nun darauf bauen, dass der neue russisch-amerikanische Plan einen Umbruch bewirkt? Es gibt zu zahlreiche Absichten, die in Syrien verknüpft sind“, so das Blatt.

Die große Schwäche des Übereinkommens ist, dass es – einfach ausgedrückt – zwischen guten und schlechten Rebellen differenziert“, schreibt die norwegische Gazette Bergens Tidende zusammen: „Aber tatsächlich wird der Konflikt von einer Menge regionaler und überstaatlicher Akteure, von verschiedenen Vereinigungen und von sich überschneidenden Absichten geprägt. Die Dissidenten bekriegen entweder das Regime oder einander, und sie werden von Staaten wie der Türkischen Republik, Saudi-Arabien und den Vereinigten Staaten von Amerika unterstützt.

In einem so turbulenten Konflikt muss jeder Kampfstopp als Erfolg betrachtet werden Eine beständige Antwort lässt sich allerdings nur erreichen, wenn das Hauptproblem vernichtet wird: Präsident Assad muss verschwinden. Aber ein derartiges Modell scheint noch in unvorstellbar weiter Ferne zu liegen“, heißt es in der Gazette Bergens Tidende.

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