Star-Ökonom: „Iran-Krieg würde Öl auf 200 Dollar katapultieren“


Amerika/Naher Osten Redaktion

Ein Angriff auf Iran würde die Ölpreise auf bis zu 200 je Barrel in die Höhe schießen lassen. „Dies würde ausreichen, um die Welt in die Rezession zurückzudrängen“, glaubt Star-Ökonom Nouriel Roubini. Große Depressionen seien in der Vergangenheit immer von geopolitischen Schocks im Nahen Osten ausgelöst worden, so der Professor der New York University.

Trotz der Aufrufe seitens der USA, den Sanktionen eine Chance zu geben, bestehe große Unsicherheit, ob Israel möglicherweise einen Alleingang wagt und den Iran angreift. „Es gibt weiterhin Unklarheiten bezüglich der nuklearen Absichten Teherans“, so Roubini. „Gehen jedoch Öl-Produktion und -Export aus dem Iran für eine Weile auf Null zurück, dann sehen wir wahrscheinlich Preise von 170, 180, 200 Dollar je Barrel“, erklärte Roubini dem Magazin Foreign Policy.

„Wenn man etwa die letzten drei großen globalen Rezessionen betrachtet, wurden alle durch einen geopolitischen Schock im Nahen Osten ausgelöst, wodurch hohe Ölpreise die Folge waren“, so Roubini und zielte damit auf den Jom-Kippur-Krieg im Jahr 1973, die iranische Revolution im Jahr 1979 oder die irakische Invasion in Kuwait im Jahr 1990 ab. All diese Ereignisse hatten damals zu globalen wirtschaftlichen Kontraktionen beigetragen.

Derzeit wird WTI Rohöl mit etwa 106 Dollar je Barrel gehandelt, das europäische Pendant „Brent“ sogar mit über 125 Dollar. Dies stellt historisch betrachtet eine historisch breite Spanne zwischen den beiden Werten dar. „Selbst ohne Krieg müssten durch die anhaltenden Spannungen mit dem Iran die wirtschaftlichen Auswirkungen spürbar sein und die Konjunktur dämpfen“, fügte Roubini hinzu. „Ich würde die Wirkung der Benzinpreise nicht unterschätzen.“ Höhere Ölpreise würden sich auf das Verbrauchervertrauen sowie auf das verfügbare Einkommen auswirken.

Insbesondere US-Präsident Barack Obama macht der hohe Ölpreis, wie auch der hohe Gaspreis im Vorfeld der Wahlen in den USA extrem zu schaffen, was er kürzlich sogar zugab: „Solange die Gaspreise steigen, haben die Menschen das Gefühl, ich würde nicht genug für sie tun. Ich verstehe das“, sagte Obama während einer Rede in Orlando.