Spanien: 9,8% aller Kredite sind notleidend


Europa Redaktion

Ohne einen Arbeitsplatz können die Spanier ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen, was Spaniens Banken derzeit deutlich zu spüren bekommen: 9,8% aller Kredite in Spanien sind notleidend, nominal stehen 169,3 Milliarden Euro auf der Kippe. Jeder vierte Spanier ist derzeit ohne Beschäftigung, weshalb eine Erholung aus der Krise in immer weitere Ferne rückt.

Fast jedes zehnte Darlehen in Spanien ist „faul“. Somit ist der Anteil der Kredite, bei denen Gefahr läuft, dass sie nie wieder zurückgezahlt werden können, auf einen 50-Jahres-Rekord gestiegen. Ein Ende dieses Trends ist bislang nicht in Sicht und Beobachter sind sich weitgehend einig, dass sich Spanien dank Sparmaßnahmen, Schulden und Wirtschaftskrise in einer Abwärtsspirale befindet.

Laut Daten der Spanischen Zentralbank vom Dienstag ist der Anteil notleidender Kredite auf eine Rekordhöhe von 9,8% gestiegen. Ein weiterer Anstieg im Vergleich zum Vormonat (9,42%). Zusammengerechnet geht es nun um 169,3 Milliarden Euro – 4,9 Milliarden Euro mehr als im Vormonat –  die möglicherweise nie wieder zurückgezahlt werden.

Spanien hat neue Ausgabenkürzungen in Milliardenhöhe sowie Steuererhöhungen angekündigt, um das gewaltige Defizit des Landes zu reduzieren. Die spanische Wirtschaft stürzte 2008 in eine heftige Rezession, die Millionen von Arbeitsplätzen vernichtete und sich heute noch weiter intensiviert. Rund jeder vierte Spanier ist ohne Beschäftigung. Insgesamt sitzen europäische Banken auf notleidenden Krediten in Höhe von rund 1 Billion Euro.