Sohn von Fed-Chef: 400’000 Dollar Studentendarlehen

08. März 2012

Die Federal Reserve Bank of New York hat bekannt gegeben, dass die landesweiten Studentendarlehen inzwischen insgesamt die Kreditkartenschulden übertreffen. Studenten in den USA stecken sogar tiefer in den Miesen als Autobesitzer. Der Sohn von Fed-Chef Ben Bernanke höchstpersönlich muss ein Studentendarlehen von 400’000 Dollar stemmen.

Einige bezeichnen die US-Studienkredite als “tickende Bombe”, eine neue Blase, die junge Erwachsene, ihre Familien und die gesamte Wirtschaft bedroht. Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Ein Bericht vom Montag scheint die zahlreichen Kritiker dieser umstrittenen Darlehen nun zu bestätigen: So verkündete die Federal Reserve Bank of New York, dass mindestens 14,4% der Schuldner mit ihren Zahlungen in Verzug seien. Eine viel höhere Quote als bisher angenommen. Zudem handle es sich dabei nur um die “bereinigten” Daten. Rechne man diejenigen, die etwa aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation vorübergehend von den Ratenzahlungen befreit sind, in das Ergebnis mit ein, so erhöhe sich dieser Wert auf satte 27% bzw. 21% der Gesamtsumme, statt der “bereinigten” 10%.

In dem Bericht der US-Notenbank heißt es wörtlich: “5,4 Millionen der 37 Millionen Kreditnehmer von Studentendarlehen hatten vergangenen Sommer mindestens eine überfällige offene Rechnung – eine Quote von 14,4%. Die Summe dieser überfälligen Salden beläuft sich auf 85 Milliarden Dollar oder rund 10% der Gesamtkosten.”

Mindestens einen (halbwegs) prominenten Schuldner eines Studentendarlehens gibt es laut einem Bericht der Los Angeles Times: Den jungen Sprössling von Mr. Bernanke, seines Zeichens Chef der Federal Reserve. Stolze 400’000 Dollar wird Bernanke Junior bei den Banken für sein Medizinstudium nach seinem Abschluss in der Kreide stehen. Angeblich gibt es inzwischen 167’000 Studenten, deren Darlehen höher sind als 200’000 Dollar, wie die New York Fed in ihrem Bericht schreibt. Durchschnittlich seien es jedoch “nur” 23’300 Dollar.