Signal der Entspannung aus Nord-Korea


China/Nordkorea/USA Redaktion

Aus Nord-Korea kommt ein Signal der Entspannung: Herrscher Kim Jong-un bat die Vereinigten Staaten als erstes „eine taugliche Möglichkeit„ zu präsentieren und darauf Taten folgen lassen – um einen „bedrohlichen militärischen Streit„ zu verhindern. Das ging aus einer Meldung der nationalen Presseagentur KCNA hervor.

Zusätzlich rückte Kim zunächst von seinen Ankündigungen bezüglich der Umgebung des US-Außengebiets Guam ab. Er wolle das Benehmen Washingtons „noch etwas länger beobachten„, wurde gesagt. Kim hatte vorher gedroht, die Pazifikinsel anzuschlagen. Zur gleichen Zeit rief er die Vereinigten Staaten auf, alle Provokationen gegen sein Staatsgebiet „sofort„ zu stoppen, sonst werde Nord-Korea den seine Ankündigungen verwirklichen.

China stoppte Einfuhren

China nannte dies einen „Umbruch„. Am gestrigen Tag war bekannt geworden, dass China einen Importstopp für Erzeugnisse aus Nord-Korea verfügte und damit die neuen UN-Zwangsmaßnahmen umsetzte. Nord-Korea ist kräftig abhängig von Ausfuhrenn ins Reich der Mitte da 80 % des nordkoreanischen Außenhandels über China laufen und das Staatsgebiet extrem arm ist. Beijing stoppete am Vortag den Import von Eisen, Meereserzeugnissen, Blei, Kohle und Erzen. Bereits genehmigte Zuführungen in den Häfen könnten noch vermutet werden, wurde gesagt. Neue Einfuhren hingegen nicht.

Die verschlechterten UN-Zwangsmaßnahmen waren nach dem aktuellsten Test einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete verfügt worden.

„Kim Jong-un deeskaliert, Nord-Korea sucht nach einer Relation„, tvermutete John Delury, ein Geschichtswissenschaftler und Nord-Korea-Fachkundiger von der Seouler Yonsei Universität laut Focus.

Das Säbelrasseln in Medien ging allerdings weiter:

Nord-Koreas Staatsfernsehen berichtete die Planungen für einen eventuellen Raketenschlag auf Guam und US-Verteidigungsminister James Mattis mahnte vor einem bewaffneten Konflikt gegen die Vereinigten Staaten. „Für den Fall, dass sie [Nord-Korea] die USA unter Beschuss nehmen, könnte sich dies extrem rasch zu einem bewaffneten Konflikt verschärfen„, so Mattis vor Journalisten.

USA erläutern „Kampagne des friedlichen Drucks„

Spannend ist: Mattis und US Secretary of State Rex Tillerson erklärten im  Wallstreet Journal ihre Nord-Korea–Überlegung.

Die Ära der „strategischen Geduld„ sei vorüber und die Epoche der „strategischen Rechenschaftspflicht„ habe angefangen, wurde gesagt in dem Beitrag, der am Sonntagabend erschien.

„Bestreben unserer friedlichen Druckkampagne ist die nukleare Abrüstung der koreanischen Halbinsel. Die Vereinigten Staaten haben kein Interesse an einem Regierungswechsel oder einer schnelleren Wiedervereinigung von Korea. Wir suchen keinen Deckmantel, um nördlich der Entmilitarisierten Zone US-Soldaten zu stationieren. Wir möchten auch dem schon lange leidenden Volk Nord-Koreas nicht schaden„, schrieben sie weiter. Das Volk unterscheide sich „vom feindlichen Regime in Pjöngjang„.

Politik sei die höchste Priorität der Vereinigten Staaten von Amerika, „sie wird durch militärische Möglichkeiten unterstützt.„ Pjöngjang habe Seouls Bemühungen eines friedlichen Dialogs beharrlich zurückgewiesen und sei einen rücksichtslosen Weg der Warnungen und Provokationen gegangen.

Aus diesem Grund habe man Südkorea mit dem Raketenabwehrsystem Terminal-High-Altitude Area Defense ausgestattet, das allein zur Verteidigung gedacht sei (THHAAD).

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