Saudi-Arabien kämpft gegen Öl-Abhängigkeit

Saudi-Arabien möchte seine Abhängigkeit vom Erdöl schrittweise reduzieren. Dazu verabschiedet die Administration ein betreffendes Papier. Neben der Reduzierung der Haushaltsausgaben sind einige Reformen vorgesehen.


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Das saudische Kabinett hat einen ehrgeizigen Plan für den Umbau der Wirtschaft genehmigt. Das Reformprojekt soll die Abhängigkeit der Monarchie vom Ölsektor reduzieren, die Haushaltsausgaben verringern und den Privatsektor vorantreiben. Dafür wolle die Administration in den folgenden fünf Jahren umgerechnet rund 63 Mrd. Euro investieren, äußerte der autorisierte Minister Mohammed al-Scheich nach dem Kabinettsbeschluss in Dschidda.

Leitfigur hinter dem so bezeichneten Nationalen Transformationsprogramm 2020 (NTP) ist der 30-jährige Vize-Kronprinz Mohammed bin Salman, der die Hauptmerkmale des Reformprojekts im April präsentiert hatte. Der Kabinettsbeschluss soll 543 verschiedene Initiativen in Schwung bringen, in deren Verwirklichung 24 staatliche Behörden eingebunden sein sollen. Die Haushaltsausgaben sollen bis 2020 um 40 % fallen, es sollen bis dann rund 450.000 neue Jobs außerhalb des öffentlichen Sektors geschaffen werden.

Saudi-Arabien sieht sich mit fallenden Ölumsätzen und einer schnell expandierenden Gesellschaft konfrontiert, von der mehr als 50 Prozent jünger ist als 25 Jahre. Energieminister Chalid al-Falih kündigte am Dienstag die Errichtung mehrerer Industriestädte an, in denen 150.000 neue Jobs geschaffen werden sollen. Zusätzlich solle ein großer Werftenkomplex errichtet werden, der 80.000 Menschen einen Job geben soll. Die Einkommen aus den nicht-ölbezogenen Ausfuhren sollen bis 2013 um nahezu 100 Prozent steigen.

Die Ölgelder machen noch immer einen Löwenanteil der Einnahmen des Staats aus. Seit 2014 sind die Einnahmen aber um 50 Prozent gefallen. Um die ehrgeizige Erweiterung der Wirtschaft zu bezahlen, möchte die Administration einen kleinen Bereich des nationalen Ölriesen Aramco an die Börse bringen. Sie beabsichtigt die Einrichtung eines nationalen Investitionsfonds, der mit Kapitalanlagen von fast 1,8 Bio. Euro der größte weltweit wäre.

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