Russland will Fitch, S&P und Moodys regulieren


Finanz/Russland Redaktion

Russland möchte sein Finanzsystem vom Ausland unabhängig machen und ergreift dafür verschiedene Maßnahmen. So sollen internationale Ratingagenturen keine Niederlassungen mehr in Russland betreiben dürfen, sondern müssen Tochtergesellschaften gründen, welche russischem Recht unterliegen.

Ausländische Ratingagenturen müssen statt Niederlassungen von nun an möglicherweise Tochtergesellschaften in Russland einrichten, damit ihre Operationen unter die russische Gesetzgebung fällt. Dies ist ein Versuch Russlands, die inländischen Finanzen besser zu kontrollieren, wie RT meldet.

Die Zentralbank der Russischen Föderation hat einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt, wie die russische Zetung Kommersant berichtet. Namentlich sind die „Big Three“ mit der Aktion gemeint, Moody`s, Standard & Poors und Fitch. Diesen wurde die Information bereits zugespielt, eine Stellungnahme wurde jedoch bislang abgelehnt. Falls das Gesetz in Kraft tritt, wäre dies die erste Regulierung dieser Art in Russland.

Bislang haben internationale Ratingagenturen lediglich Zweigstellen in Russland, die von Zentralen in der EU oder in den USA geleitet werden. Das neue Gesetz tritt voraussichtlich am 1. Januar 2015 in Kraft und soll die Aktivitäten westlicher Finanzunternehmen in Russland besser überwachen. Dabei handelt es sich um einen weiteren Schritt der Unabhängigkeit des Finanzsystems Russlands vom Ausland, neben der Errichtung eines eigenen Zahlungssystems.

Bild: World Trade Center in Moskau, Lizenz: CC BY 3.0, Autor: Wecameasromans