‚Öffentliche Ausgaben bald nicht mehr tragbar‘


Europa Redaktion

Laut internationalen Finanzchefs befinden sich nicht die USA, sondern die Euroländer im Mittelpunkt der weltweiten Finanzkrise. Der Finanzminister von Singapur sagte, dass man das BIP schnell wieder auf alte Höhen bringen müsse, da die öffentlichen Ausgaben sonst nicht mehr tragbar seien. Der IWF forderte die EZB dazu auf, den Leitzins zu senken, was von der Bundesregierung weiterhin blockiert wird.

Weltweit üben Finanzminister auf die Politik in der Eurozone Druck aus schnell wirtschaftliche Reformen durchzuführen, die Schuldenkrise endlich in den Griff zu bekommen und den Rettungsschirm weiter aufzustocken. Nachdem die Finanzmittel des IWF verdoppelt wurden sagten Vertreter des Fonds, dass die Euroländer die Schulden weiter reduzieren und Wirtschaftsreformen zur Stabilisierung des Finanzsystems durchführen müssten.

Ergreife man keine weiteren Maßnahmen, würden die Schuldenprobleme schon bald zurückkehren, warnte Singapurs Finanzminister Tharman Shanmugaratnam. Zwar sei die Krise in Griechenland nun etwas abgeklungen, doch äußerte der IWF große Sorge, dass ohne entschlossenes Handeln schnell neue Spannungen entstehen und das globale Wachstum gefährden könnten. Zwar benötigten alle entwickelten Volkswirtschaften der Welt Pläne zur Reduzierung des Defizits, doch sei die Eurozone dafür maßgeblich.

Die Eurozone ist der zweitgrößte Wirtschaftsblock der Welt, was automatisch auch die wichtigsten Handelspartner China und die USA in Mitleidenschaft zieht. Sofern ein stärkeres Wachstum wiederhergestellt werden könne, werde auch das Vertrauen der Anleger wieder zurückkehren. „Wenn wir nicht wieder ein normales Wachstum hinbekommen und das BIP auf das alte Potential anheben, dann sind die öffentlichen Ausgaben nicht mehr tragbar“, warnte Tharman.

Der US-Finanzminister Timothy Geithner sagte, dass man nun aggressive Tools einsetzen müsse, um die Länder dabei zu unterstützen, ihre Reformen umzusetzen. Der IWF rief die Europäische Zentralbank dazu auf, den Leitzins zu senken, was von Vertretern der EZB jedoch bislang abgelehnt wird. Insbesondere die deutsche Führung ist besorgt, dass eine lockere Geldpolitik die Inflation schüren wird und argumentierte, dass Gelddrucken kein Allheilmittel für Haushaltsprobleme darstellt.