Ökonom: “US-Zinsen könnten auf 3,75% explodieren”

29. Februar 2012

Der New York Times Journalist Binyamin Appelbaum hat festgestellt, dass die US-Regierung nominal noch genau so viel Zinsen auf Staatsanleihen bezahlt, wie 2006. Seither habe sich die Staatsverschuldung jedoch verdoppelt. Es sei eine Frage der Zeit, dass die Zinsen explodieren.

Der Journalist der New York Times Binyamin Appelbaum schrieb in einem Beitrag, dass die US-Regierung nominal noch etwa gleich viel Zinszahlungen leisten muss wie im Jahr 2006. Die Staatsverschuldung habe sich seither jedoch verdoppelt und es sei eine Frage der Zeit, dass die Zinssätze in die Höhe schießen.

Derzeit würden Anleihen-Investoren der Regierung tatsächlich sogar Geld bezahlen, um den USA Geld borgen zu dürfen. Daher erwartet Appelbaum, dass die Zinsen auf 10-jährige US-Staatsanleihen von derzeit rund 2% auf 3,75% explodieren werden, da die Anleger zunehmend Risikoaufschläge verlangen. Seiner Beobachtung zufolge befinden sich US-Staatsanleihen “in einer Blase”.

Zudem würden die USA von den bestehenden Sorgen zum Zustand der Eurozone profitieren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat festgestellt, dass Investoren ihr Kapital in großem Umfang aus Europa abgezogen und in den USA investiert haben, was bislang weitere wirtschaftliche Schäden in den Vereinigten Staaten verhindern konnte.

Die Federal Reserve übernimmt derzeit 10 Prozent der Zinszahlungen auf US-Staatsanleihen. Die US-Notenbank hat im Jahr 2010 Japan und 2012 sogar China überholt und ist heute mit 1,6 Billionen Dollar der größte Halter von US-Staatsanleihen der Welt. Paradox: Somit bezahlt die Federal Reserve teilweise Zinsen an sich selbst.