Nouriel Roubini zweifelt an Aktien-Hausse

Die jüngste Aktien-Hausse sollte die Anleger beunruhigen. Dieser Auffassung ist der Star-Investor Nouriel Roubini, Chef von Roubini Global Economics und Professor für Wirtschaftswissenschaften. Es gebe viele Gründe, die aktuelle Rally am Aktienmarkt mit Vorsicht zu genießen.


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Roubini machte sich einen Namen in Finanzkreisen, weil er die Finanzkrise treffend voraussagte: Erst die US-Immobilienkrise und die daraus resultierende Kreditkrise, aus der die Welt bis heute noch immer keinen Ausweg zu finden scheint.  Die Presse gab ihm darum den Namen „Dr. Doom“. Seine neueste Warnung ist zwar nicht ganz so dramatisch, doch dürfte sie zahlreichen Fondsmanagern, Investoren und Bankern dennoch Kopfschmerzen bereiten.

Die Eurozone befinde sich in einer „tiefen Rezession“, vor allem in den sogenannten Peripheriestaaten (Griechenland, Portugal, Italien, Spanien), doch neuerdings würden auch die Kern-Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich in den Abwärtssog gezogen. „Die Kreditkrise im Bankensystem spitzt sich immer weiter zu, da die Banken den Abschwung durch den Verkauf von Vermögenswerten und der Zurückhaltung von Krediten weiter verschärfen.“

Selbst in China sei eine Verlangsamung spürbar, wie in allen anderen Ländern Asiens auch. „In China ist der wirtschaftliche Abschwung unverkennbar.“ Das Exportwachstum habe sich extrem verlangsamt, „vis-à-vis mit den Peripheriestaaten der Eurozone“, so Roubini.

Auch für die Vereinigten Staaten sieht Roubini schwarz. „Die restriktive Finanzpolitik, die in 2012 und 2013 kommen soll, zusammen mit dem Ende der laufenden Steuervergünstigungen, wird Auswirkungen haben.“ Ein weiteres Problem seien immer weiter steigende Ölpreise, eine weitere Bremse für das Wachstum. „Der Nahe Osten ist ein Pulverfass, insbesondere im Hinblick auf den Iran, Israel und die Vereinigten Staaten.“ Trotz des schwachen Wirtschaftswachstums in den entwickelten Volkswirtschaften und einer Verlangsamung in vielen Schwellenländern, ächze die Welt unter einem Ölpreis von rund 100 Dollar pro Barrel.

Aufgrund der drohenden Verwerfungen an den Finanzmärkte setzen Fondsmanager wieder verstärkt auf Gold, wie Moneynews berichtet. So haben diese ihre Goldbestände seit Mitte Januar um 57% gesteigert. „In Zeiten, in denen die Inflation immer mehr zutage kommt, ist es an der Zeit, eine Position in Gold aufzubauen“, wie Hedgefonds-Titan John Paulson in einem aktuellen Rundbrief schreibt.

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