London wehrt sich gegen Finanztransaktionssteuer

Die britische Regierung ist streng gegen die von anderen EU-Staaten vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer. Sehr zum Missmut des französischen Präsidenten Francois Hollande: Dieser sagt, dass Großbritannien lediglich den heimischen Finanzmarkt schützen wolle. Tatsächlich ist der Bankensektor in Großbritannien gigantisch groß.


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Der britische Premierminister David Cameron und der französische Präsident Francois Hollande sind sich über die Notwendigkeit einer Finanztransaktionssteuer uneins. Bei einem 35-minütigen Treffen in der britischen Botschaft in Washington im Vorfeld des G8-Gipfeltreffens in Camp David hatte Cameron laut einem Bericht der Businessweek seine Hoffnung ausgedrückt, dass man eine gemeinsame Basis in dieser Frage finden würde.

Kurz zuvor hatte Cameron vor Reportern erklärt, dass eine Finanztransaktionssteuer in Europa nicht zu Wachstum, sondern zu weiteren Belastungen der Bürger und der Finanzinstitute führen werde. Hollande kritisierte Cameron daraufhin indem er sagte, dass die britische Regierung mit diesen Aussagen lediglich die Interesse der City of London wahren wolle.

Hollande betonte, dass er die Ansichten Camerons nicht unterstütze. Bereits zuvor hatte Hollande die britische Regierung kritisiert als er sagte, dass Großbritannien Europa „wie ein Selbstbedienungsrestaurant“ behandle.

Großbritannien ist von seinem Finanzsektor sehr stark abhängig. Das Volumen des britischen Bankensektors übersteigt das britische Bruttoinlandsprodukt um das Vierfache und rechnet man alle Schulden inklusive die des Finanzsektors zusammen, ist Großbritannien Schulden-Weltmeister, noch vor den USA und Japan. Würden britische Banken also in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, könnte das der britischen Regierung enorme Schwierigkeiten bereiten.

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