Kanada: Studentenproteste arten in Gewalt aus

Nach wochenlangen Demonstrationen gegen die geplante Erhöhung der Studiengebühren sind die Proteste in Quebec in Gewalt ausgeartet. Die Polizei in Montreal kollidierte mit Tausenden Studenten, welche die Regierung beschuldigen die Verhandlungen über eine zufriedenstellende Lösung zu sabotieren. Nach den jüngsten Auseinandersetzungen hat die Polizei 85 Menschen festgenommen.


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In den vergangenen Tagen hatte es massive Proteste gegen die angekündigte Erhöhung der Studiengebühren gegeben. Angeblich sollen sich die Studiengebühren in Kanada in den kommenden fünf Jahren um 75 Prozent erhöhen. Nachdem einige Demonstranten begannen die Polizisten mit Müll und anderen Objekten zu bewerfen, wurden die Demonstrationen für illegal erklärt, worauf es zu Zusammenstößen mit der Polizei kam. Zahlreiche Fenster gingen zu Bruch, zudem setzte die Polizei Tränengas ein. Drei Polizisten wurden bei den Zusammenstößen verletzt.

Bereits am vergangenen Samstag wurden bei einer Razzia auf einer Studentendemonstration mindestens 50 Menschen verhaftet.

Bildungsministerin Linie Beauchamp blockiert die Vorschläge der Studentenvereinigung CLASSE und beschuldigt die Gruppe Gewalt zu befürworten. „Man kann die Regierung nicht zu Verhandlungen mit den Leuten auffordern, die Gewalt als Form der Erpressung anwenden“, sagte Beauchamp. Der Bürgermeister der Stadt Gerald Tremblay hat an die Demonstranten appelliert Ruhe zu bewahren, damit die Situation nicht eskaliert. Er verwies dabei auf Berichte, nach denen Demonstranten Steine auf die Gleise der städtischen Straßenbahn geworfen hatten.

​​Ein Journalist, der für den Nachrichtensender RT vor Ort ist, sagte jedoch, dass Vorfälle relativ selten seien und die Polizei dies lediglich als Vorwand nutze hart durchzugreifen. „Die Leute sind sehr unglücklich über die Art und Weise, wie sich ihre Regierung verhält und sie fühlen, dass die Regierung grundsätzlich nicht mehr im Sinne der Menschen handelt, sondern es nur noch um finanzielle Interessen geht“, unterstrich er. Die Menschen seien empört über das harte Vorgehen der Polizei gegenüber friedlichen Demonstranten.

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