Kampagne in Russland: „Helft Griechenland!“


Europa/Russland Redaktion

In Russland findet derzeit eine landesweite Kampagne mit Titel „Helft Griechenland!“ statt. So kaufen Russen nur noch Waren aus Griechenland, um sich mit dem krisengeschüttelten europäischen Staat zu solidarisieren. Die Aktion trifft bei russischen Bürgern auf unterschiedliche Meinungen.

Rossotrudnichestvo – die russische Föderale Agentur für Internationale Humanitäre Zusammenarbeit – startete die Aktion „Helft Griechenland!“ pünktlich zum 191. Jahrestag der Unabhängigkeit Griechenlands.

Die Agentur ruft die russischen Bürger jedoch nicht nur dazu auf, griechische Exportwaren wie etwa Wein oder Oliven zu kaufen, sondern organisiert auch verschiedene Messen und Präsentationen, um etwa den griechischen Immobilienmarkt in Russland bekannter zu machen. „Wir rufen unser Volk zur Solidarität mit dem griechischen Volk auf, die wir damit ausdrücken, indem wir mehr griechische Produkte kaufen“, so Georgy Muradow, stellvertretender Leiter bei Rossotrudnichestvo.

„Wir haben ausgerechnet, dass wenn jeder Russe jährlich für 3’000 bis 4’000 Rubel (Anm. d. Red.: 80 bis 100 Euro) an griechischen Waren kauft, dies der griechischen Wirtschaft 15 bis 18 Milliarden Euro in die Kassen spült“, so Muradow. Obwohl diese Summe im Vergleich zur Situation Griechenlands wie ein Tropfen auf dem heißen Stein erscheint, werde eine solche Unterstützung seitens der Russen eine emotionale Unterstützung gegenüber dem griechischen Volk hervorrufen, ist sich Vladimir Solodukhin, Geschäftsführer des Brokerkreditservice Financial Corporation, sicher.

Die Reaktion des Publikums war jedoch gemischt. Einige Bürger hatten auf Twitter ihre Unterstützung für die Initiative gezeigt und andere zum Mitmachen ermutigt, andere fragten sich, warum man nicht auch portugiesischen Stockfisch oder spanischen Rioja kaufen solle. Einige Skeptiker  betonten zudem, dass Russland genügend eigene Probleme habe, auf die man sich besser konzentrieren solle.

Im vergangenen Monat hatte der russische Gas-Monopolist Gazprom angekündigt, ein Gebot für eine Beteiligung von 65% beim griechischen öffentlichen Gasversorgungsunternehmens DEPA abzugeben. Nach Berechnungen von Experten beträgt das Gebot somit mehr als  1 Milliarde Euro.