Juan Manuel Santos erhält Friedensnobelpreis

Den Friedensnobelpreis 2016 bekommt Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos für seine Anstrengungen, einen innerstaatlichen bewaffneten Konflikt zu stoppen, der seit fünf Jahrzehnten andauert und der Hunderttausende Opfer mit sich gebracht hat.


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Kolumbien gibt damit ein Beispiel für weitere Weltgegenden, für all jene Konflikte eben, in denen sich Widersacher offensichtlich ausweglos ineinander verkeilt haben. Kolumbiens Botschaft lautet: Man kann derartige Blockaden stoppen, wenn eine der beiden Seiten auf den Widersacher zugeht und die Hand zur Versöhnung und hauptsächlich zur Vergebung ausstreckt.

Die Administration in Bogotá und die Farc-Dissidenten hatten zum Schluss einen Kampfstopp geschlossen und einen Friedensvertrag unterschrieben. In einem Volksbegehren am letzten Wochenende hatte die kolumbianische Gesellschaft den Vertrag freilich zurückgewiesen – er ist damit unwirksam. Mit der Entscheidung wolle das Komitee jene bekräftigen, die in dem lateinamerikanischen Staatsgebiet „für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung kämpfen“, äußerte die Komitee-Vorsitzende Kaci Kullmann Five.

Der Friedensnobelpreis stärkt Santos nun den Rücken, doch noch ein Übereinkommen zu erreichen. Der 65-Jährige hatte alles seinem Bestreben unterstellt, den seit 52 Jahren dauernden Streit in Kolumbien beizulegen. Er gehöre einer Generation an, die nie im Frieden lebte, äußerte der Regierungschef im September 2013 in der Vereinten Nationen-Vollversammlung. Aber sein Fehler war es, die Widersacher eines zu extrem der Guerilla entgegenkommenden Vertrages einzubinden.

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