IWF warnt: Ölpreise könnten sich in zehn Jahren verdoppeln

Der IWF und einige große Beratungsunternehmen sind sich einig: Die Ölpreise werden in den nächsten Jahren kräftig steigen. Die Situation auf den Weltmärkten sei hochgradig unsicher und die geopolitischen Risiken würden die Preise oben halten, ist man sich einig. Kaufsignal oder eher Kontraindikator?


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Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde durch seine internes Forschungsteam darauf hingewiesen, dass sich die Ölpreise in den kommenden zehn Jahren verdoppeln könnten und dass dies tiefgreifende Auswirkungen auf den gobalen Handel haben werde. „Dies ist Neuland für die Weltwirtschaft, die solche Preise nie für mehr als ein paar Monate gesehen hat“, warnt der Bericht.

Die in Paris ansässige Internationale Energie-Agentur, welche zahlreiche Industrienationen – darunter das Vereinigte Königreich – zu Energiefragen berät, veröffentlichte ebenfalls einen Bericht, aus dem hervorging, dass die Rohölpreise im Jahr 2012 weiterhin hoch bleiben würden. Grund seien insbesondere die Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran. „Die marktwirtschaftlichen Grundlagen bleiben für den Rest des Jahres hochgradig unsicher und die geopolitischen Risiken werden voraussichtlich auch weiterhin Preise oben halten“, sagte die Agentur.

Die Agentur glaubt, dass die Zeit der rückläufigen Nachfrage, ausgelöst durch eine Verlangsamung der Weltwirtschaft, nun vorbei sei.  Das Öl-Kartell OPEC hatte ähnliche Aussagen getroffen und berichtete vergangene Woche, dass die Öl-Nachfrage „seinen Abwärtstrend gestoppt“ habe.

Kaufsignal oder Kontraindikator? Wenn sich alle einig sind, ist das oft ein schlechtes Zeichen. Was von all diesen Experten allerdings weitgehend unerwähnt bleibt, ist die lockere Geldpolitik der US-Notenbank, was einen viel größeren Einfluss auf die Ölpreise haben dürfte, als der Konflikt mit dem Iran. Rohöl (Brent) wird aktuell mit 111,50 Dollar je Barrel gehandelt.

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