IWF schließt Euro-Ende nicht mehr aus

18. April 2012

Der IWF schließt erstmals einen Staatsbankrott oder auch den Zusammenbruch der Eurozone nicht mehr aus. Im aktuellen World Economic Outlook wurde auf dieses Risiko hingewiesen. Die Folge sei dann eine Panik an den Finanzmärkten und ein Abzug der Einlagen von den Bankkonten. Erst zu Beginn des Monats hatte IWF-Chefin Lagarde betont, dass es keinerlei Indizien für ein solches Ereignis gebe. 

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zum ersten Mal das Ende des Euro in der heutigen Form in Erwägung gezogen und wies auf “grundlegende Schönheitsfehler” der Gemeinschaftswährung hin. So unterstrich der IWF in seinem World Economic Outlook die Gefahr eines Staatsbankrotts in der Eurozone und eines Austritts eines Landes aus der Gemeinschaftswährung. In bisherigen Prognosen war diese Möglichkeit nicht beachtet worden, zumal IWF-Chefin Lagarde zu Beginn des Monats gesagt hatte, dass es keine Indizien für einen Zusammenbruch des Euro gebe.

Die Einschätzung kommt inmitten wachsender Sorgen über die Situation in Spanien, wo die Zinsen auf Staatsanleihen in kritische Höhen schießen. An den Börsen gibt es nun die Bedenken, dass Spanien dem Beispiel Griechenlands, Portugals und Irlands folgen und ein Rettungspaket benötigen könnte. Der IWF gab an, dass es unmöglich sei die Auswirkungen eines Staatsbankrotts oder einem Austritt aus der Eurozone zu quantifizieren.

Doch fand sich in dem Bericht die Passage: “Wenn ein solches Ereignis eintritt, ist es möglich, dass andere Volkswirtschaften des Euroraums mit ähnlichem Risikoprofil stark unter Druck geraten, was zu einer wachsenden Panik an den Finanzmärkten und zu einem Abzug der Einlagen von den Banken führen würde. Unter diesen Umständen kann ein Auseinanderbrechen der Eurozone nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Ansteckung anderer Regionen, vor allem in den Peripheriestaaten Europas, ist wahrscheinlich sehr groß. “Dies könnte zu großen politischen Erschütterungen führen und die wirtschaftliche Belastung auf ein Niveau deutlich über dem nach der Lehman-Pleite treiben.”

Allerdings geht der IWF davon aus, dass “politische Entscheidungsträger bei der Eindämmung der Krise souveränes Krisenmanagement betreiben” und weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft einleiten werden.


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