Indien: Steuerbehörden haben Bitcoins im Visier


Indien/Kryptowährungen Redaktion

Indiens Steuerbehörde hat den Bitcoin-Wertpapierbörsen im gesamten Land einen Besuch abgestattet. Zweck ist die Feststellung der Identifikation der Anwender.

Die ausgedehnte Analyse wurde wegen des Hinweises auf Steuerbetrug durch Exchange-Klienten eingeleitet, laut Berichten der Press Trust of India. Die Abteilung besuchte neun Handelsplätze für Blockchain-Währungen in Städten wie Delhi, Pune, Bengaluru, Hyderabad und Kochi.

Nach Informationen von Staatsbediensteten der Steuerabteilung wurden die Anhörungen nach Abschnitt 133A des indischen ESt-Gesetzes ausgeführt. Ziel war es, die Identifizierung von virtuellen Devisenanlegern, ihre Geldgeschäfte, die benutzten Kontoverbindungen, E-Mails und weitere Informationen zusammenzutragen. Die Analysesteams waren laut Meldungen mit verschiedenen Analyse-Programmen ausgestattet, um Transaktionsdaten zu protokollieren, unter anderem «Klonung und Spiegelung”.

Somit konnte ermöglicht werden, die Bankverbindungen verschiedenen wohlhabenden Einzelpersonen festzustellen. Einträge dieser Privatleute lassen vermuten, dass sie an diesen Wertpapierbörsen gehandelt haben. Ein leitender Staatsbediensteter der Abteilung wurde wie folgt zitiert:

»Von diesen Dateneinheiten waren etwa 800.000 bis eine Mio. aktiv an Transfers involviert. Die Analysen laufen allerdings noch und die letzten Resultate werden erst im späteren Vorgang analysiert.« Die Vorgänge wurden von der Analysesabteilung von Bengaluru überwacht, da die Zuständigen schon lange an diesen Sachverhalten gearbeitet und 2013 vergleichbare Schritte in der Hauptstadt von Karnataka ausgeführt haben.

Die Abteilung gab an, dass sie auch nach Fällen sucht, in welchen größere Mengen von «unversteuertem Geld” während der Abschaffung des Bargelds im November 2016 mit Bitcoin gewaschen worden seien. Mit dem neulichen Zuwachs der Bitcoin-Kurse (sowie anderer Blockchains) klingelten in der vergangenen Woche die Alarmglocken bei der Notenbank des Staats, der Reserve Bank of India. In der Folge wurden die Nutzer, Besitzer und Verkäufer von Blockchains über die angeblichen Gefahren einer Partizipation gewarnt.

Schon im März stellte das Finanzministerium der Union einen übergreifenden Rat zusammen, um eine Erfassung des aktuellen Stands digitaler Zahlungsmittel, sowohl in Indien als auch global durchzuführen. Zweck ist es, daraus taugliche Vorkehrungen zur Handhabung derartiger Zahlungsmittel zu ermitteln.