Griechenland: Hohe Steuern fördern Steuerhinterziehung

Unternehmer und Gewerbetreibende werden in Griechenland durch die horrenden Steuern und Abgaben mehr als jemals zuvor zur Steuerhinterziehung angeregt. Nach den jüngsten Modifikationen im Steuer- und Versicherungssystem erlangen in Griechenland die Abgaben für Konzerne und Konsumenten extreme Höhen, da für jede 100 Euro einer über die Erbringung von Dienstleistungen herausgegebenen Quittung oder Rechnung bis zu über 60 Euro in Form von Steuern und Sozialabgaben an die Regierung bezahlt werden müssen.


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(dikaiologitika.gr) All diese Abgaben machen das Motiv, keine Quittungen beziehungsweise Rechnungen zu erstellen, aber auch keine zu fordern, größer als jemals zuvor. Warum? Steuerhinterziehung war in Griechenland nie lohnender. Die Quittung aus einer in einem mittelständischen (Einzel- oder Einzelpersonen-) Konzerne eingerichtete Registrierkasse beziehungsweise entsprechend die Rechnung über Dienstleistungen enthält 24% Umsatzsteuer, Einkommensteuer und Solidaritätsabgabe, die sich auf ab 22% bis zu 55% addieren. Sozialabgaben (20% für die Hauptrente, 7% für – sofern gegeben – die Zusatzrente und 6,95% für die Krankenkasse). Laut einem Report der griechischen Gazette „Kathimerini“ heißt dies, dass die Ausstellung einer Quittung über 100 Euro den Aussteller mindestens 60,50 Euro an die Regierung zu bezahlen (24% für die USt., 20,50 Euro für Sozialabgaben und 16 Euro für Steuern).

Damit geht es um das stärkste Motiv zur Steuerhinterziehung, das je in Griechenland bestand. Nach der letzten Revision sind die Geldbußen für die Nichtausstellung einer Quittung sehr gering. Die Belastungen der Ausführung einer unternehmerischen Beschäftigung in Griechenland schießen für eine Mio. Selbstständige und Gewerbetreibende auf über 50% hoch. Bei einer Erlöse von 68.000 Euro ausweisenden Offenen Handelsgesellschaft mit zwei Teilhabern wird letztenendes jedem ein Nettoeinkommen in einer Dimension von 1.200 Euro bleiben. Von den 68.000 Euro werden 18.447 Euro an die Versicherung gehen. Von den übrigen 50.000 Euro werden 21.000 Euro für Gewerbeabgabe, 29% Steuer auf die Erlöse, Steuervorauszahlung für das nächste Jahr (die ab 2017 einen Satz von 100% erlangen wird) und Solidaritätsabgabe bezahlt werden.

Für beide Gesellschafter werden 29.000 Euro beziehungsweise jeweils 1.200 Euro im Monat übrig bleiben. Die Buchführer werden schon mit Anliegen in Kontext mit Betriebsaufgaben und Sitzverlegungen bis hin zur Organisation allein der Ausstellung ausgedachter Rechnungen nutzender „Unternehmen“ geflutet. Die Zusammensetzung der Erhöhung der Einkommensteuer, aber auch der allgemein so bezeichneten Einheitlichen Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA) für mittlere und kleine Immobilienvermögen sowohl von Konzernen als auch natürlichen Einzelpersonen, lässt den Steuersatz für das Entgelt aus Immobilien auf 50% – 60% hochschießen.

Nicht einmal die Investment-Gesellschaften kamen ungeschoren davon – mit dem Ergebnis, dass sich inzwischen die Bedrohung der Aussetzung hunderte Mio. Euro umfassender Investitionsvorhaben andeutet. Griechenland wird angesichts der Steuern und Abgaben zum kostenintensivsten Staatsgebiet für Unternehmensfunktionäre. Mit der Inbetriebnahme des Spitzensteuersatzes (52,5% beziehungsweise 55%) sogar schon für Jahreseinnahmen ab 40.000 Euro und der Erhebung der höchsten Abgaben auf weltweit verpflichtet das Gefüge den Arbeitgeber, fortan Kosten von 77.832 Euro im Jahr auf sich zu nehmen, damit sein Arbeitnehmer letztenendes ca. 2.370 Euro netto im Monat erhält.

Die Anregung zum Schwarzhandel wurde auch kräftiger als jemals zuvor. Bei den Kraftstoffen hat der Satz mittlerweile 70% überschritten und gehört zu den drei höchsten in Europa, während bei den Zigaretten ein Päckchen mit über 80% mit Steuern belegt werden wird.

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