Griechenland: Grexit unwahrscheinlich, Erholung in 2014

Griechenlands Finanzminister gibt Entwarnung: Der gefürchtete Grexit wird immer unwahrscheinlicher. Der Weg zum Ziel sei zu zwei Dritteln überstanden und die Menschen dürften wieder Hoffnung schöpfen. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und die immer dramatischeren Kürzungen lassen allerdings an der Aussage zweifeln.

Die Gefahr eines sogenannten „Grexit“, also die Wahrscheinlichkeit eines Ausstiegs Griechenlands aus der Eurozone, ist heute nur noch sehr klein. Zumindest sagt dies der griechische Finanzminister Yannis Stournaras. Dies bemerkte er gegenüber BBC News im Zuge der jüngsten Proteste gegen die harte Sparpolitik der Regierung. „Etwa im letzten Quartal des Jahres 2013 werden wir eine Erholung sehen“, erklärte Stournaras.


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Die Märkte seien heute wesentlich optimistischer, die Einlagen stiegen wieder und die Regierung begleiche ihre Schulden gegenüber privaten Gläubigern. Sämtliche Indikatoren seien positiv und der Weg zum Ziel sei zu zwei Dritteln überstanden. „Die Menschen können wieder Hoffnung haben“, führte er fort.

Betrachtet man die wirtschaftliche und soziale Entwicklung seit Beginn der Krise im Jahr 2008, kommen Zweifel auf: Die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland ist im Zuge der Krise auf 60 Prozent gestiegen, tausende Menschen verlieren jeden Tag ihren Arbeitsplatz. Die Staatsverschuldung hat bereits 180% des BIP erreicht. Immerhin kündigte er für Ende 2013 ein Ende der Reformen an. Denn obwohl Löhne, Gehälter, Renten und Sozialleistungen schmerzhaft gekürzt wurden, hat Griechenland gemessen am BIP nach den USA heute die höchsten Pro-Kopf Militärausgaben aller NATO-Staaten.

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