Gordon Brown verramschte Gold, um US-Banken zu retten


Edelmetalle Redaktion

Der ehemalige britische Schatzkanzler Gordon Brown verkaufte um die Jahrtausendwende 400 Tonnen Gold aus britischem Volksvermögen, wofür er von Experten heute scharf kritisiert wird. Der Zeitpunkt sei falsch gewesen und er habe wie ein lausiger Investor gehandelt. Doch weit gefehlt: Das Gold wurde zur Drückung des Goldpreises verschleudert, um die US-Großbanken Goldman Sachs, JPMorgan und Citigroup vor einem Bankrott zu bewahren.

Zwischen den Jahren 1999 und 2002 hat der damalige britische Schatzkanzler Gordon Brown fast 400 Tonnen Gold zu Preisen zwischen 256 und 296 je Unze verkauft, wofür er im Nachhinein sehr viel Kritik geerntet hatte. Er habe „zum falschen Zeitpunkt“ verkauft und „schlecht gehandelt“. Doch einem aktuellen Bericht zufolge war der Zeitpunkt möglicherweise doch gar nicht so falsch: So stellte sich heraus, dass Gordon Brown das Gold der britischen Bürger absichtlich so günstig verschleudert hat, zugunsten amerikanischer Großbanken, die zu diesem Zeitpunkt mit großen Positionen short waren.

Gold befand sich zu dieser Zeit auf einem nominalen 20-Jahres-Tief. Es schien fast so, als ob Brown mit dem Verkauf bis zu dem Moment gewartet hat, bis Gold so billig war wie nur möglich. „Und so war es“, schlussfolgert das US-Portal Washington’s Blog. Der Goldpreis musste offenbar so weit wie möglich heruntergedrückt werden, um die Großbanken Goldman Sachs, JPMorgan und Citigroup vor enormen Verlusten zu schützen. Angeblich stand sogar die Zahlungsfähigkeit dieser Banken auf dem Spiel.

Goldexperte Peter Hambro, Vorstand von Petroplavosk glaubt, dass sich Gordon Brown seiner Zeit „in einer schrecklichen Situation“ befunden habe. „Die Stabilität des weltweiten Finanzsystems war bedroht und es war offensichtlich, dass etwas getan werden musste.“ JPMorgan hatte zu dieser Zeit etwa 20 Milliarden Dollar in Gold-Derivaten gehalten, mehr als 28% der Positionen aller Banken weltweit.

Gordon Brown war von 1997 bis 2007 Schatzkanzler in der Regierung von Tony Blair und von 2007 bis 2010 Premierminister des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland.