Ex Fed-Gouverneur: Probleme könnten schnell zurückkehren

US-Notenbankchef Ben Bernanke habe Recht mit seiner vorsichtigen Einschätzung bezüglich der US-Wirtschaft, entgegen dem aktuell aufkommenden Optimismus an den Märkten. So sagte ein ehemaliger Fed-Gouverneur, dass steigende Renditen auf US-Staatsanleihen zwar ein Zeichen für höhere Investitionen in den Aktienmarkt und andere Anlagen seien, die Arbeitslosigkeit aber weiterhin hoch sei und die Nachfrage schwach, wodurch die Probleme schnell zurückkehren könnten.


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Der ehemalige Fed-Gouverneur Randall S. Kroszner unterstützt die anhaltende Vorsicht von US-Notenbankchef Ben Bernanke. „Ich bin mit Bernanke auf einer Wellenlänge, dass wir die Sektkorken noch nicht knallen lassen sollten“, sagte er dem Nachrichtensender CNBC. Die Märkte hätten sich schon häufig über optimistische Arbeitsmarktsberichte gefreut und seien anschließend bitter enttäuscht worden. Etwa im Frühjahr 2011, als rund 200’000 Arbeitsplätze pro Monat geschaffen wurden. Alle hatten gejubelt, doch nach drei Monaten sei der Spaß wieder vorbei gewesen.

„Die Wirtschaft sollte noch ein paar Monate ohne böse Überraschungen auskommen, erst dann könne die Fed zuversichtlichere Prognosen stellen“, fügte Kroszner hinzu. Bernanke sei weiterhin vorsichtig und hatte angekündigt, dass die superniedrigen Zinsen wahrscheinlich bis 2014 nahe Null bleiben würden. „Die Nachfrage der Verbraucher, die etwa 70 Prozent der gesamten US-Wirtschaftsleistung ausmacht, ist immer noch schwach“, so der ehemalige Fed-Gouverneur.

Bernanke hatte in einem Vortrag vor Studenten der George Washington University gesagt, dass die USA in Bezug auf die Verschuldung und Konsum noch immer schlechter dastehe als vor der Krise. „Uns fehlt die Nachfrage für das Wirtschaftswachstum.“

Zahlreiche Experten prognostizieren der US-Wirtschaft weitere dramatische Rückschläge. Etwa Hedgefonds-Legende Jim Rogers erwartet  ab 2013 erste Konsequenzen der enormen Liquidität, mit der die Märkte im Zuge der Krise überflutet wurden. Der Milliardär Wilbur Ross erwartet sogar ein Platzen der Anleihen-Blase, was gigantische Turbulenzen auf der gesamten Welt nach sich ziehen würde.

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