Europäische Banken könnten 3,8 Billionen Dollar abstoßen

19. April 2012

Die Welt steht erneut vor einer Kreditklemme, die europäische Banken bis 2013 dazu zwingen könnte, Investments in Höhe von 3,8 Billionen Dollar abzustoßen. Ein Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise sei derzeit die größte Bedrohung für die Weltwirtschaft, glaubt der IWF. Am besten solle man das Geld aus den Rettungsfonds direkt den Banken geben.

Im Zuge einer erneuten drohenden Kreditklemme könnten europäische Banken bis 2013 gezwungen werden, 3,8 Billionen Dollar ihrer Investments abzustoßen, was einen Rückgang des weltweiten Wachstums von 1,4% zur Folge hätte. Dieser Fall könnte laut dem Global Financial Report des IWF eintreten, wenn die Regierungen die Schuldenkrise nicht weiter eindämmen oder die Rettungspakete weiteren Schocks nicht standhalten können. Dies hatte eine Studie von 58 Banken, darunter BNP Paribas SA und Deutsche Bank AG ergeben.

Auch in einem weniger dramatischen Szenario erwartet der IWF um 2,6 Billionen Dollar schrumpfende Bilanzen. Der in Washington DC ansässige IWF sieht insbesondere ein Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise als die größte Bedrohung für das globale Wachstum, obwohl die Europäische Zentralbank und die Regierungen einschneidende Schritte unternommen hatten, die Spannung an den Finanzmärkten zu reduzieren. Eine große Herausforderung an die europäischen Regierungen sei nun sicherzustellen, dass Banken weiterhin Kredite an Unternehmen und Privatpersonen vergeben.

Laut Daten des IWF hatten Banken ihre Investitionen im letzten Quartal 2011 um 580 Milliarden Dollar reduziert. Die Regierungen seien nun in der Pflicht, weitere Maßnahmen durchzusetzen, um Investoren zu beruhigen, damit eine weitere Kreditklemme verhindert wird. Dazu zählten etwa eine weitere Reduzierung der Haushaltsdefizite, die Ankurbelung der Nachfrage, sowie eine Sanierung der Banken, indem man das Geld aus dem Rettungsfonds am besten direkt dort investiert.

“Für eine effektive Währungsunion ist eine tiefere Integration erforderlich”, schrieb der IWF. Desweiteren seien sogenannte Eurobonds mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr ein wichtiger Schritt, sagte IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard bei einer Pressekonferenz.


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