Eurokrise: USA fordern „schnelle, aggressive Maßnahmen“

Die Eurozone habe erhebliche Fortschritte im Kampf gegen die Schuldenkrise gemacht, jedoch sei „noch viel zu tun“. So müssten die europäischen Regierungen etwa den Rettungsschirm zur Stärkung des Euro noch weiter vergrößern, wie US-Finanzminister Timothy Geithner am Samstag sagte. 


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Im Vorfeld des Treffens der G20-Finanzminister und Notenbankchefs sagte US-Finanzminister Timothy Geithner, dass die Länder „so schnell und so aggressiv wie möglich“ vorgehen müssten, um das Finanzsystem nachhaltig zu stabilisieren. „Europa macht einige Fortschritte, die Welt davon zu überzeugen, dass es nicht zu einem katastrophalen finanziellen Ausfall auf dem Kontinent kommt.“

„Sie sind noch nicht am ziel angekommen. Sie wissen, es gibt mehr zu tun“, fügte Geithner hinzu. Europa müsse eine „starke, glaubwürdige Firewall“ zur Stabilisierung des Finanzsystems errichten. Die Eurozone steht unter anhaltendem Druck anderer Wirtschaftsmächte, darunter den USA, dafür zu sorgen, dass sich die Schuldenkrise nicht auf weitere Länder ausbreitet.

Am 1. und 2. März 2012 werden die G20-Staaten zu einem Gipfel in Mexiko zusammenkommen und vermutlich wird die Krise in der Eurozone das Treffen dominieren, wie das Magazin EU Business prognostiziert. Unter Anderem sei bereits vorgeschlagen worden, den EFSF und den ESM zu einem Rettungsfonds zusammenzufassen.

Zahlmeister Deutschland jedoch habe das Problem, dass die Bevölkerung nicht mehr bereit sei, weitere Steuergelder zur Rettung anderer Staaten zur Verfügung zu stellen. So arbeite man etwa daran, nichteuropäische Länder wie China, Japan und die USA davon zu überzeugen, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr Geld zur Verfügung zu stellen, um angeschlagenen Ländern der Eurozone unter die Arme zu greifen. Washington lehnt dies jedoch ab mit der Begründung, dass die Eurozone selbst genügend Mittel habe, um diese Krise zu bewältigen.

Die USA haben selbst mit beispiellosen Schulden und einer Krise im Sozialsystem zu kämpfen. So haben sich die US-Hypothekenschulden in den vergangenen 20 Jahren verfünffacht. Zudem sind allein in den USA 600 Millionen Kreditkarten in Umlauf und 46% aller Kreditkarteninhaber sind nicht mehr in der Lage bzw. haben Schwierigkeiten, die vereinbarten Raten dafür zu bedienen. Die US-Regierung hat im vergangenen Jahr 23,8% mehr ausgegeben, als sie eingenommen hat (Artikel dazu hier).

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