Dritte Welt-Zentralbanken kaufen immer mehr Gold


Edelmetalle Redaktion

Die Zentralbanken zahlreicher Schwellenländer kaufen im großen Stil Gold auf. Warum? Aufgrund der Bedenken gegenüber den aktuellen Entwicklungen der Fiat-Währungen, insbesondere Dollar und Euro. Natürlich lassen die Analysten nicht lange auf sich warten und prognostizieren wieder Preisanstiege des Geldmetalls.   

Allein im April hätten Zentralbanken der Schwellenländer 36 Tonnen Gold bezogen, nach 81,2 Tonnen im März. Der größte Abnehmer war die Türkei, die 29,7 Tonnen zukaufte und ihre Goldreserven auf 239,3 Tonnen aufstockte. Die Philippinen steigerten ihre Goldbestände um 32,13 Tonnen auf 194,24 Tonnen im März, der größte Zukauf seit September 2008. Mexiko stockte im April um 2,92 Tonnen auf 125,50 Tonnen auf, Kasachstan um 2,02 auf 98,19, die Ukraine um 1,4 auf 30,61 und Sri Lanka um 2,18 auf 7,81 Tonnen.

Analysten ließen nicht lang auf sich warten: „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir ab in einem Jahr einen Preis von 2’500 Dollar je Feinunze sehen werden“, sagte James DiGeorgia, Herausgeber des „Gold and Energy Advisor“. Laut IWF-Handelsdaten vom April sind es in erster Linie die Zentralbanken der Schwellenländer, die physische Goldbarren aufkaufen „und ihre Anlagen diversifizieren wollen“, zu deutsch: Sie wollen ihre Papierreserven abstoßen (?). „Da der Goldpreis dennoch zurückgegangen ist, könnte dies weitere Zukäufe der Zentralbanken auslösen“, wie der HSBC-Analyst James Steel laut der International Business Times am 24. Mai anmerkte.

Doch gibt es zwei Gründe, warum es dem Autor inzwischen völlig egal ist, was die Analysten der HSBC oder von sonst wem sagen: 1. Sind deren Prognosen spätestens seit Beginn der Krise im Jahr 2008 meist nur Schall und Rauch, und 2. sind Preisprognosen in Dollar oder Euro nicht wirklich aussagekräftig, da es sich dabei um keine fixen Werte (mehr) handelt. Jedenfalls ist eine Rendite von 100% witzlos, wenn der Liter Benzin nächstes Jahr vielleicht EUR 3,50 kostet. Empfehlung: Die Prognosen dieser Experten aus der Zeit vor Lehman Brothers nachblättern, um sich ein Bild machen.