China, Russland und Iran helfen beim Wiederaufbau Syriens


China/Iran/Russland/Syrien Redaktion

Die Lage in der Arabischen Republik Syrien verbessert sich. Terrororganisationen wie der Islamische Staat verlieren ordentlich an Gewicht. Durch das Eingreifen Russlands und Iran ist es der Regierung in Damaskus gelungen, die Extremisten immer weiter zurückzustoßen und zu vertreiben.

Dieser Triumph stellt Damaskus vor das nächste größere Problem: die Sanierung des Staats. Russland, China und der Iran sagten der Regierung in Damaskus unter Baschar al-Assad schon ausgedehnteHilfe zu. Die westliche Welt wird sich an dem Aufbau – solange Assad das Heft in der Hand hält – nicht beteiligen.

Nach Infos von Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu ist das von der Regierung beherrschte Areal schon zweimal so groß wie noch vor acht Wochen. Dies lässt vermuten, wie schwach die Extremisten in der Arabischen Republik Syrien schon sind und wie bald ein Wiederaufbau möglich ist.

Der ökonomische Aufwand ist extrem. Denn das ehemals aufstrebende Land liegt großteils in Schutt und Asche. Der IWF schätzt die Kosten für die Sanierung in einer Untersuchung auf 100 bis 200 Milliarden Dollar. Syrien wieder aufzubauen sei eine »gewaltige Herausforderung«, so der Internationale Währungsfonds. Das Bruttoinlandsprodukt habe sich seit Anfang der Kampfhandlungen im Jahr 2011 halbiert. Dem IWF folgend könnte es zwei Dekaden dauern, bis das Niveau vor Beginn des Kriegs wieder erreicht ist. Die Weltbank geht von Kosten für den Wiederaufbaui.H.v. 170 Milliarden Dollar aus.

Die Regierung in Damaskus widmet sich nun der Rekonstruktion der Infrastruktur. Es müssen Brücken, Straßen, Krankenhäuser, Schulen und vieles mehr neu gebaut werden.

Damaskus will das Land wiederaufbauen und auch verändern: »Wir bauen hier eine Region wieder auf, die sich ungemein davon unterscheiden wird, wie es hier im Vorfeld aussah«, sagte Dschamal Jussef, der das »Projekt 66« leitet, berichtet RT.

Demzufolge geht der Name auf das Dekret 66 zurück. Dieses wurde vom syrischen Präsidenten 2012 unterzeichnet. Es soll Regionen nutzbar machen, in welchen ohne Erlaubnis gebaut worden ist. Das Vorhabenplant voraus, zeitgemäße Wolkenkratzer nahe des Stadtkerns von Damaskus zu erbauen. Die neuen Gebäude müssen 65.000 Menschen Lebensraum zur Verfügung stellen. Es soll ein Ortsteil mit Parks, Radwegen und Kaufhallen werden.

Beim Wiederaufbau müssen vor allen Dingen der Iran, China und Russland supporten. Damaskus und der Iran schlossen schon im Januar verschiedene Abkommen zur Kooperation in der Agrikultur, dem Strom- und Kommunikationssektor ab, berichtet RT. Demzufolge hat Teheran 660 Mio. Dollar in das syrische Energienetz investieren. Das Netz verbindet Syrien mit seinen Nachbaren dem Libanon, dem Irak sowie dem Iran.

Der Iran hat seit Beginn der Kampfhandlungen Syrien mit Krediten in Milliardenhöhe unterstützt. Auf diese Weise half das islamische Land Syrien einen vollständigen Zusammenbruch zu verhindern. Neben dem Krieg, sind es auch die westlichen Zwangsmaßnahmen  die die Ökonomie Syriens zum Stillstand brachte.

Auch China will ordentlich in der Arabischen Republik Syrien investieren: In ein Industriegelände in der Arabischen Republik Syrien, an dem 150 chinesische Unternehmen beteiligt werden müssen, will Chinas Regierung 2 Milliarden Dollar investieren. In Chinas Projekt einer Neuen Seidenstraße soll Syrien laut RT ein Drehkreuz werden.

Auch Russland wird am Wiederaufbau Syriens mitwirken.

Solange Bashar al-Assad das Heft in der Hand hält, wird sich der Westen und die Golfstaaten nicht am Wiederaufbau Syriens beteiligen.

Der Westen seinerseits unterstützt die mit Waffen ausgerüstete Opposition: In den im Jahr 2013 aufgebauten Syria Recovery Trust Fund (SRTF), hat auch die Bundesregierung zweistellige Beträge in Millionenhöhe investiert. Diese Geldmittel fließen allerdings nur Projekte für die Infrastruktur in den von Extremisten kontrollierten Arealen. Sie müssen die legitime Regierung untergraben.

Der SRTF sendet auch kontinuierlich Nothilfen in die von Al-Kaida kontrollierte Provinz Idlib, wie RT berichtet. Ob dieses Vorhaben der syrischen Öffentlichkeit in der Tat behilflich ist, ist fraglich.

Die westliche Wertegemeinschaft sieht in den Hilfsmaßnahmen vor allen Dingen einen Einflusshebel. Was die Sanierung innerhalb der von der Regierung beherrschten Areale betrifft, sollte der Westen keinen Beitrag leisten, da dieser laut Ansicht von Professor Steven Heydemann vom Brookings Institute nicht als Einflusshebel verwendet werden könne. Man würde damit nur »ein mörderisches Regime legitimieren«, schreibt RT.

2015 hat Russland auf Anfrage der syrischen Regierung in die Kampfhandlungen interventiert. Seit dem hat sich die Lage in dem zerrütteten Land extrem verbessert.

Mehr als 600.000 Syrer sind nach Infos der Organisation der Vereinten Nationen in der ersten Hälfte des Jahres in ihre Immobilien zurückgekehrt. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Montag berichtete, waren 84 Prozent der 602.759 HeimkehrerInlandsflüchtlinge, die in weiteren Teilen des Landes Zuflucht entdeckt hatten. 16 Prozent kehrten hingegen aus Anrainerstaaten wie der Türkischen Republik, dem Libanon, dem Irak und Jordanien zurück.

Rund 27 Prozent der Heimkehrer gaben als Ursache für ihre Heimkehr an, ihr Eigentum schützen zu wollen. 25 Prozent nannten die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und elf Prozent die Verbesserung der Sicherheitsbedingungen in ihrem Heimatort. 14 Prozent gaben hingegen eine Verübelerung der ökonomischenLage an ihrem Fluchtpunkt als Ursache an und elf Prozent nannten soziokulturelle Schwierigkeiten.

Rund 67 Prozent der Geflüchteten kehrten in die Provinz Aleppo zurück. Die gleichnamige Provinzhauptstadt war letztes Jahr Schauplatz schwerer Gefechte, doch ging die Gewalt nach der Niederlage der Rebellen merklich zurück. 97 Prozent der Heimkehrer kehrten laut der Organisation der Vereinten Nationen in ihr eigenes Haus zurück, wenngleich vielfach der Zugang zu Trinkwasser und Gesundheitsdiensten limitiert war.

Auch wenn zum Schluss in wachsendem Maß Syrer in ihre Heimatorte zurückkehrten, gibt es laut der IOM nach wie vor mindestens 6 Mio.Inlandsflüchtlinge, und mindestens fünf Mio. Syrer leben als Asylbewerber außerhalb des Landes.

Quellen: businessinsider, iwf, weltbank, rt